Viareggio

Viareggio ist mit ihren 62.000 Einwohnern die größte Stadt der Versilia. Zahlreiche Geschäfte, ein großer Mark und die Strandpromenade laden zum gemütlichen Stadtbummel ein. Im Sommer ist es ratsam, außerhalb des Stadtzentrums zu parken und die Stadt zu Fuß zu erkunden. 

Viareggio ist nicht sehr alt. Ursprünglich stand an der Mündung des Burlamacca-Kanals ein Kastell. Die Städte Lucca und Genua hatten dies 1172 zur Verteidigung der Küste errichtet. Der Name des Kastells leitet sich von der Königsstraße ab und wurde „Castrum de via regia“ genannt, woraus sich dann der heutige Name Viareggio entwickelte. 

Viareggio war ab 1441 deswegen von großer Bedeutung, da hier der einzige Zugang Luccas zum Meer lag. Allmählich entstand hier dann eine Siedlung. Die Bevölkerung litt wegen der sumpfigen Lage häufig unter der Malaria. Im Jahr 1543 wurde mit der Torre Matilde eine weitere Befestigung errichtet, 1559 die erste Kirche erbaut. Im 18. Jahrhundert konnte man mit Erfolg die Malaria durch Maßnahmen zur Trockenlegungen der Sümpfe bekämpfen. Zum Schutz gegen den Meerwind wurden Pinienwälder angepflanzt, die bis heute das Stadtbild prägen. 1820 erhielt Viareggio das Stadtrecht. 1847 wurde Viareggio Teil des Großherzogtums Toskana.

Im 19. Jahrhundert begann dann auch Viareggios Aufstieg als Seebad. Zunächst ließ 1822 Napoleons Schwester Paolina Borghese hier eine Villa errichten (Villa Paolina). Zur selben Zeit entstand auch die Villa Borbone, die mitten im Grünen an einer Lindenallee, in der Nähe des Lecciona-Strandes liegt. 1849 wurde hier noch eine Kapelle errichtet, die gleichzeitig die Grabstätte von Carlo II. von Bourbon, dem Herzog von Parma und von Carlo Ludovico, dem letzten Herzog von Lucca ist. In der Folgezeit wurden auch die ersten Badeanstalten am Meer gebaut. Hinzu kamen immer mehr Sommervillen, die Viareggio im 19. Jahrhundert zur „Perle des Tyrrhenischen Meeres“ und einem international bekannten Badeort machten.

Auch heute ist Viareggio ein beliebter Ferienort. Entlang der Strandpromenade stehen immer noch großartige Villen und Hotels, die den einstigen Glanz und Ruhm vergangener Tage erahnen lassen. 

Schlimme Nachrichten kamen am 29. Juni 2009  aus Viareggio. Durch ein schweres Zugunglück, bei dem ein Butangas transportierender Wagon explodierte, kamen 32 Menschen ums Leben. Viele Häuser wurden beschädigt oder stürzten ein.

Sehenswürdigkeiten

  • Villa Borbone
  • Museum in der Villa Paolina mit dem Museo Archeologico (Archäologisches Museum), einer Ausstellung zeitgenössischer Kunst und einem Musikinstrumentemuseum. 
  • Villa Puccini: ehemaliges Wohnhaus Puccinis, heute Gedenkstätte und Museum
  • Karnevalsmuseum

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