Terrinca

Terrinca gilt als das älteste Dorf der Versilia. Das Dorf, das heute zu Stazzema gehört, liegt unterhalb des Monte Corchia, auf dessen Hängen und Almen einst Vieh u.a. für die Käseherstellung weidete. Heute erinnert an diese Zeit eine Informationstafel im Ort.

Ein schriftliches Zeugnis gibt es von dem Ort schon aus dem Jahr 766. Besiedelt war der Ort allerdings schon vorher. So wurde ein Friedhof der Ligurischen Apuaner aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. entdeckt.

Auch vom Ortsname wird angenommen, dass er von diesem germanischen Volk stammt: Terrinca wie Turo, Turingo, Turingia (im Deutschen heute gibt es „Thüringen“). Auch gibt es Spekulationen darüber, dass mancher Nachname noch germanische (langobardische) Wurzeln hat.

1376 wird Terrinca zu einer eigenständigen Stadt. Später dann wechselte der Ort öfter den Besitzer. Ende des 15. Jahrhunderts gehört Terrinca erst zu Florenz (1484), dann zu Lucca (1496).

Spannend ist die Geschichte der Konzessionen für die Marmorsteinbrüche auf dem Berg Corchia. Die wurden nämlich im 19. Jahrhundert per Losverfahren an 124 Besitzer übergeben.

Anrührend ist die Geschichte zweier jüdischer Frauen, Enrica und Elda, die im Februar 1944 in Terrinca Zuflucht fanden. Enrica war schwanger und konnte so im Juni 1944 sicher Adriana im Krankenhaus von Seravezza zur Welt bringen. Adriana besuchte viele Jahre später den Ort, der ihr das Leben sicherte.

Sehenswert

Der ganze Ort ist sehenswert und hat seinen mittelalterlichen Charakter erhalten. Die Kirche Santi Clemente e Colombano stammt ursprünglich aus dem 9. Jahrhundert, wurde aber vielfach umgebaut. In der heutigen Form stammt sie aus dem 19. Jahrhundert. Um den Ort herum lassen sich auch einige kleine Steinhäuschen („marginette“) bewundern, die einerseits die Möglichkeit zum Gebet, andererseits Schutz vor der Witterung und der Nacht boten. Auch finden sich um Terrinca einige Felszeichnungen (incisioni rupestri), die spannende Geschichten erzählen.

Dieser Beitrag wurde unter Orte veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.