Pietrasanta

Pietrasanta gilt als das historische Zentrum der Versilia. Die Stadt wurde 1255 unterhalb der bereits bestehenden lombardischen Burg durch Guiscardo Pietrasanta gegründet. Im 14. Jahrhundert wurde eine Stadtmauer errichtet. Auch der Dom San Martino und die Augustinerkirche stammen aus dieser Zeit.

Die Herrschaftsverhältnisse veränderten sich häufig. Pietrasanta stand abwechselnd unter der Herrschaft der Stadtstaaten Genua, Lucca und Florenz. Die Stadt war strategisch wichtig, besaß sie doch in Motrone (heute Ortsteil von Marina die Pietrasanta) den einzigen Meereszugang in der Versilia. Ab 1513 bis zur italienischen Einheit 1861 gehörte der Ort schließlich der Herrschaft Florenz. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde der Ort und die Gegend immer wieder von der Malaria heimgesucht, mit schlimmen Folgen. Mitte des 17. Jahrhunderts beschloss dann die Medici-Regierung, den Fluss Versilia abzulenken, um die Stadt Pietrasanta vor Überflutungen zu schützen (und damit auch der Mückenplage ein Ende zu setzen). Aber erst im 19. Jahrhundert erlebte der Ort einen Aufschwung, als u.a. Schulen für Steinmetze eine neue wirtschaftliche Grundlage für die Marmorindustrie schuf, die bis heute die gesamte Region prägt. In Pietrasanta selbst arbeiten bis heute viele Steinmetze, Bildhauer und Künstler mit Stein und Marmor. So etwa auch der kolumbianische Künstler Fernando Botero, vom dem ein große Plastik Der Krieger im Zentrum von Pietrasanta zu bewundern sind. 

Zum heutigen Gemeindegebiet (Comune di Pietrasanta) gehören die Orte Capezzano Monte, Capriglia, Strettoia, Traversagna, Vecchiuccio, Vallecchia, Solaio, Vitoio, Castello, Valdicastello, Crociale, Africa, Macelli, Osterietta und Marina di Pietrasanta. Die Stadt hat 23.600 Einwohner. 

Sehenswürdigkeiten

  • Dom San Martino (14. Jahrhundert, im 17. und 19. Jahrhundert restauriert und verändert)
  • Klockenturm (Campanile) von 1530–1533, 1860 verändert.
  • Kirche Sant’Agostino, eine Klosterkirche der Augustinerchorherren (14. Jahrhundert), Turm von 1780. Heute Kulturzentrum mit Bibliothek und Museum
  • Der gesamte Domplatz mit tollen Palazzi, z. B. der Palazzo Moroni (17. Jahrhundert), heute Archäologisches Museum und der Palazzo Panicchi (15. Jahrhundert).
  • Höllen-Fresko und Paradiespforte von Fernando Botero in der Kirche San Antonio Abate
  • Mole (Pontile) in Marina di Pietrasanta

In der Umgebung

  • Die romanische Kirche Pieve die San Giovanni Santa Felicita in der Nähe von Valdicastello mit Fresken aus dem 14. Jahrhundert
  • Geburtshaus des Dichters und Nobelpreisträgers (1906) Giosuè Carducci (1835-1907) in Valdicastello mit Museum
  • Die Kirche Pieve die Santo Stefano in Vallecchia aus dem 9. Jahrhundert

|➚| Comune di Pietrasanta

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